Historie - Die Entstehung der GOETHE GALERIE
In den neunziger Jahren bot sich nach der Wiedervereinigung der zwei deutschen Staaten in Jena die einmalige Gelegenheit, eine traditionsreiche Industriebrache und eine zerklüftete Innenstadt durch Handel, Dienstleistung und Unterhaltung für jung und alt wieder attraktiv zu gestalten.

Wo einst tausende Menschen durch Ihre ganze Kraft den Ruf von Carl Zeiss, Otto Schott und Ernst Abbe weltweit gebührend vertraten, konnte nun ein Anziehungs- und Erlebnispunkt für Gäste aus aller Welt entstehen. Die traditionsreiche Geschichte des Standortes konnte in die Planungen des City-Centers integriert werden.
Denkmalgeschützte und historisch wertvolle Gebäude waren mit moderner Architektur zu verbinden, komplizierte funktionale Zusammenhänge und Bedürfnisse der Gewerbetreibenden auf Einzelhandels- und Büroflächen, Hotel, Glasüberdachung der Goethestraße und Tiefgarage auf einem engen innerstädtischen Grundstück zu lösen. Gleichzeitig mit dem eigentlichen Bau mußten sämtliche Zufahrtsstraßen, Kreuzungen und Plätze sowie alle entsprechenden Versorgungsmedien im Hinblick auf eine moderne und leistungsfähige Infrastruktur und einen reibungslosen Verkehr gänzlich neu erschlossen werden.

Mitten im Herzen der Stadt entstand so auf dem 14.000 Quadratmeter großen Areal des ehemaligen Carl-Zeiss-Hauptwerkes in einer atemberaubenden Bauzeit von nur 27 Monaten ein Einkaufs- und Kommunikationsort voll architektonischer Raffinessen.
Während der Bauphase mußten enorme Aufgaben bewältigt werden. Beispielsweise kam es zu einer Überflutung fast des gesamten Areals. Durch große Anstrengungen konnte aus dem idyllischen "Innenstadtgewässer" eine Einkaufs- und Erlebniswelt mit rund 30.000 qm geschaffen werden.

Es entstand ein modernes City-Center in unmittelbarer Nachbarschaft zum rekonstruierten "Eulenbau" (heute Sitz eines Institutes der Fraunhofer Gesellschaft), der Hauptpost, zweier großer Banken und bald auch des Finanzamtes, aber auch in der Nähe des traditionsreichen Volkshauses, des Alten Hochhauses, dem Sitz der Konzernleitung der Jenoptik GmbH auf der einen Seite und des Marktplatzes mit dem Rathaus auf der anderen Seite. Der neue Komplex fügt sich harmonisch in dieses Gesamtbild ein und verbindet auf angenehme Weise Historisches und Modernes. Allein das aus Glas und Stahl konstruierte Dach, das sich über die Goethestraße überspannt, ist eine bauliche Glanzleistung. 5.000 Quadratmeter Glas sind hier verbaut worden, und die sogenannte Rotunde reckt sich an ihrer höchsten Stelle 27 Meter in den Himmel.

Die Anstrengungen wurden mittlerweile belohnt. Nach der Eröffnung am 29. Februar 1996 wurde der Gesamtkomplex mit einem ersten Preis des Landes Thüringen ausgezeichnet. 1997 folgte dann anl. der MIPIM in Cannes der Gewinn des Immobilienoscars und die Auszeichnung "Meister aller Klassen". Beworben hatten sich weltweit über 700 Objekte. 1998 erhielt die Stadt Jena im Rahmen des Wettbewerbs "attraktive Geschäftsstraßen" eine besondere Anerkennung, die in erster Linie Bezug auf die GOETHE GALERIE nahm.

Ausmaße und Angebot der mit Glas überdachten Goethestraße macht diese nicht nur zu einem Zentrum der Bedarfsdeckung, sondern zu einer Erlebniswelt, die mitten ins Herz der Jenaer und seiner Besucher trifft. Auf einer Bruttogeschoßfläche von 84 000 Quadratmetern erwartet die Passanten ein neues multifunktionales Zentrum mit 80 Geschäften, deren bunter, ausgewogener Branchenmix nahezu keine Wünsche offenläßt, u. a. mit einem modernen Frischemarkt mit knapp 3.000 Quadratmeter Verkaufsfläche und einem Angebot von rund 20.000 Artikeln. Büroflächen mit ca. 16.000 Quadratmetern, darunter das Deutsche Marken- und Patentamt auf 5.500 qm, runden den Mix dieses Komplexes ab. Ergänzt wird diese Vielfalt durch das Vier-Sterne-Steigenberger Esplanade Hotel Jena mit Gastronomie und Konferenzräumen.
Seit dem 16. 12. 1997 rollt die traditionsreiche Jenaer Funkenkutsche mit modernen Straßenbahnzügen direkt bis in den Innenhof des Komplexes - wieder ein Schritt in die Zukunft, dank des Engagements der Jenaer Stadtväter, des Landes und des Bundes.
Mit der Entstehung der GOETHE GALERIE bewahrheitet sich die Vision, die Goethe seinem Faust in den Mund legte: "Solch ein Gewimmel möcht' ich sehn ... ... . Zum Augenblicke dürft' ich sagen: Verweile doch, Du bist so schön!"
